Mikroplastik – klein aber oho

Kaum zu glauben aber wahr: Plastik ist überall. Auch da, wo man es nicht vermutet.

Von Shampoo, über Mascara und Deo, bis hin zu Sonnencreme – unzählige Kosmetikprodukte enthalten Mikroplastik.

img_7415

Als Mikroplastik gelten Plastikstücke, die kleiner als 5 Millimeter sind. Entweder sie wurden so hergestellt (z.B. als Bestandteile besagter Kosmetika) oder es handelt sich um zerfallene Teile größeren Plastiks (in rauen Mengen im Meer zu finden).
Ein weiterer Faktor sind Plastikfasern, die sich beim Waschen von Kunstfaserkleidung lösen und im Abwasser landen. Da die Kläranlagen diese Fasern nicht hinreichend filtern können, gelangen sie ins Meer oder im Klärschlamm als Dünger auf die Felder.

Das Problem ist, dass das Mikroplastik im Meer nicht nur als Magnet für Schadstoffe und Gifte wirkt, sondern zusätzlich von kleinen planktonfressenden Tieren als Nahrung aufgenommen wird und so in die Nahrungskette gelangt. Auf diese Weise landet Plastik am Ende zum Beispiel als Fisch auf unserem Teller. Und vielerorts ist es bereits im Trinkwasser nachweisbar.

Was das mit dem Menschen macht, ist noch nicht bekannt. Bei Fischen konnten allerdings bereits Symptome wie Tumorbildung, Unfruchtbarkeit und Vergiftungserscheinungen festgestellt werden.
Zuätzlich ist davon auszugehen, dass auch das Mikroplastik in Produkten wie Sonnencreme negativen Einfluss auf den menschlichen Körper hat.

Mikroplastik taucht in Kosmetikprodukten unter anderem unter folgenden Bezeichnungen auf (Auswahl):

  • Acrylates Copolymer (AC)
  • Acrylates Crosspolymer (ACS)
  • Copolymere
  • Ethylenvinylacetat Copolymer (EVA)
  • Nylon
  • Polyacrylat (PA)
  • Polyamid (PA)
  • Polybutylenterephthalat
  • Polyester (PES)
  • Polyethylen (PE)
  • Polyethylenisoterephthalat
  • Polyethylenterephthalat (PET)
  • Polyimid (PI)
  • Polymethylmethacrylat (PMMA)
  • Polyquaternium (P)
  • Polypropylen (PP)
  • Polystyren / Polystyrol (PS)
  • Polytetrafluoräthylen
  • Polyurethan (PUR)
  • Trimethylsiloxysilicat

Was also tun?

Vermeiden heißt das Zauberwort:

  • Kauf alternativer Kosmetikprodukte ohne Mikroplastik (siehe Liste oben)
    Oder Kauf von Naturkosmetik, da in der Regel per Definition ohne Mikroplastik
    Im Internet finden sich ausführliche Listen mit Produkten, die Mikroplastik enthalten: BUND, Greenpeace (Bsp.: Natrue, Naturland, BDIH, Demeter)
  • Die App Codecheck gibt durch einen Barcodescan per Smartphone Auskunft über die Inhaltsstoffe von Produkten und ordnet diese direkt in Kategorien wie „bedenklich“ oder „unbedenklich“ ein (VORSICHT!: nicht immer wird hier Mikroplastik als bedenklich eingestuft, was aber definitiv der Fall sein sollte!)
  • Kauf von Kleidung aus Naturfasern statt mit Plastikanteil
  • Waschbeutel „Guppy Friend“ befindet sich in der Crown-Funding-Fase; das fertige Produkt filtert bis zu 99% der beim Waschen gelösten Plastikfasern und verhindert, dass diese ins Abwasser gelangen

Jedes bisschen Mikroplastik, das erfolgreich vermieden wird, ist ein großer Schritt in die richtige Richtung!

Weitere Informationen:
BUND – Mikroplastik
Utopia – Ratgeber für Kosmetikprodukte
Video über Mikroplastik

Advertisements

3 Kommentare zu „Mikroplastik – klein aber oho“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s