Nachhaltigkeit auf dem Teller

„Es wird gegessen, was auf den Tisch kommt!“

Nach diesem Grundsatz wurden viele von uns erzogen. Aber was kommt eigentlich auf den Tisch? Unsere Essgewohnheiten haben großen Einfluss auf unsere Umwelt und können entweder zur Rettung der Erde oder ihrer Zerstörung beitragen.

„Fleisch ist mein Gemüse.“ – ein weiterer weitverbreiteter Grundsatz in Sachen Ernährung. Klar, Fleisch kann gut schmecken.

Aber schaut man hinter die Kulissen graust es vielen unter welchen Bedingungen das Nahrungsmittel eigentlich produziert wurde. Von dem tierischen Leiden in Massentierhaltungen mal ganz abgesehen haben Fleischprodukte noch eine andere Dimension: Das Tier, das als Essen auf dem Teller landet, hat vorher Unmengen an Wasser verbraucht und durch Produktion des Futters, ggf. Heizen des Stalls etc. wurde eine erhebliche Menge CO2 ausgestoßen. Das alte Lied der Regenwaldabholzung für den Sojaanbau als Futtermittel spielt ebenfalls eine wichtige Rolle nur um einige Aspekte der Fleischproduktion zu nennen.
Ein Umstieg auf Bio-Fleisch setzt dem Tierleid wirklich etwas entgegen. Der eine Quadratmeter Auslauf den das Bio-Schwein im Vergleich zu seinen konventionellen Artgenossen zugestanden bekommt kann nicht im geringsten als eine artgerechte Haltung bezeichnet werden, auch wenn viele Websites das als Werbung für das EU-Bio-Siegel propagieren. Alle anderen Problematiken der konventionellen Fleischproduktion bestehen genauso bei Bio-Fleisch.
Zusätzlich gibt es viele aktuelle Untersuchungen, die nahelegen, dass der hohe Konsum tierischer Produkte in unserer Gesellschaft eine der wichtigsten Ursachen für eine vielzahl der Erkrankugen wie Bluthochdruck, Übergewicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist.

Alle Problematiken der Fleischproduktion und des Fleischkonsums gelten in sehr ähnlichem Maße auch für den Kosum von Milchprodukten. Vegetarismus löst deshalb nur einen Teil des Problems.

Bei Obst und Gemüse sollte grundsätzlich auf kurze Transportwege und einen saisonalen Einkauf geachtet werden, denn das lange Lagern von zum Beispiel Äpfeln verursacht ebenfalls einen nicht geringen Ausstoß von CO2.

Was also tun?

  • Reduzieren von Fleisch- und Milchprodukten (zum Einstieg vielleicht einen „meatless-monday“ einführen?), am besten langfristig auf vegane Kost umstellen
  • „Wenn schon denn schon“: tierische Produkte aus ökologischer Erzeugung z.B. von Biohöfen (da weniger Schadstoffe, weniger Energieverbrauch, bessere Qualität…) (Produktsiegel helfen beim Einkauf) – ABER: EU-Bio-Siegel hat quasi keine Aussagekraft…
  • Lieber zu regionalen Produkten statt Weitgereistem greifen, vielleicht sogar vom Bauern des Vertrauens von nebenan (sichert Arbeitsplätze vor Ort und Lebensmittel können bis zur Ernte länger reifen und sind deshalb frischer sowie reicher an Vitaminen)
    Wochenmarkt, Biomarkt oder Hofladen direkt am Bauernhof bieten oft eine große Auswahl an (ACHTUNG: Kennzeichnungen der Herkunftsländer sind oft leicht zu übersehen und Wochenmarkt und Co sind leider keine Garanten für regionales Essen!)
  • Mit dem Saisonkalender im Hinterkopf einkaufen gehen und verstärkt Obst und Gemüse kaufen, das gerade Saison hat
  • Zu frischen Produkten statt stark verarbeiteten Fertiggerichten greifen (Stichwort Ressourcenschonung durch Müllvermeidung) (Tiefgekühltes und Konserven haben zusätzlich eine schlechtere CO2-Bilanz)
  • Als „fair“ deklarierte Produkte kaufen (betrifft vor allem ausländische Produkte wie Kaffee aber auch Kleidung)

Kurz zusammengefasst sind folgenden Punkte ausschlaggebend für eine nachhaltige Ernährung:

Vegan
Ökologisch
Regional
Saisonal
Frisch
Fair

Und wie immer gilt: Schon kleine Schritte sind eine wichtige Veränderung! Also ruhig klein anfangen und die Bemühungen langsam ausweiten.

Weitere Informationen:
Grundsätze nachhaltiger Ernährung
Produktsiege: Utopia.de; Siegelklarheit.de
Kochbuchtipp: Lisa Pfleger – Vegan, regional, saisonal
Buchtipp: Rüdiger Dahlke – Veganize your life!

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1 Kommentar zu „Nachhaltigkeit auf dem Teller“

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